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EU-Fischereiförderung

Warum muss die Fischerei von Staats wegen reglementiert werden? Die Antwort lautet: weil die lebenden Ressourcen sowohl des Meeres wie der Binnengewässer nicht beliebig und unbegrenzt reproduzierbar sind und deswegen auf das Gleichgewicht zwischen Fangkapazitäten und vorhandenen Ressourcen geachtet werden muss.

Wie die Landwirtschaft gehört auch die Seefischerei in die ausschließliche Zuständigkeit der Europäischen Gemeinschaft. Man spricht deshalb auch von einer Gemeinsamen Fischereipolitik (GFP). Mit Hilfe der GFP reguliert die Europäische Union die Fischerei zum Wohle der Allgemeinheit und speziell der Fischer und der Verbraucher.

Dies vollzieht sich in vier großen Bereichen, nämlich

  • der Erhaltung und Bewirtschaftung der Ressourcen, in der Seefischerei vor allem durch die Gestaltung der Flottenstruktur, die Festsetzung von Fangmengen, die Begrenzung der Fangtätigkeit, den Erlass technischer Vorschriften (z. B. zur Gestaltung der Fanggeräte oder zur Ausweisung von Schutzgebieten) und durch die Kontrolle der Fangtätigkeit,
  • durch strukturpolitische Maßnahmen zur Unterstützung der Bereiche Fischerei und Aquakultur bei der Anpassung ihrer Ausstattung und ihrer Organisationsform an die Anforderungen, die sich durch knappe Ressourcen und Marktlage ergeben; in diesem Bereich erfolgt die Unterstützung durch die Gemeinschaft über den Europäischen Fischereifonds (EFF),
  • der Aufrechterhaltung eines Marktes für Fischereierzeugnisse durch eine gemeinsame Marktorganisation, in dem Angebot und Nachfrage in einem ausgeglichenen Verhältnis zueinander stehen,
  • der Gestaltung guter internationaler Beziehungen durch den Abschluss von Fischereiabkommen mit Drittstaaten und die Mitarbeit in internationalen oder regionalen Fischereiorganisationen.

Zur Weiterentwicklung der Fischereistruktur – an der Küste wie auch im Binnenland - werden von der EU finanzielle Mittel im Rahmen der Förderung durch den Europäischen -Fischereifonds (EFF) bereit gestellt und von den zuständigen nationalen Dienststellen an die Begünstigten ausgezahlt.

Im Zuge der Reform der Gemeinsamen Fischereipolitik im Jahr 2013 wurde auch der Europäische Meeres- und Fischereifonds (EMFF) ins Leben gerufen. Auch aus dem EMFF werden für derartige Förderungen im Zeitraum 2014 – 2023 EU-Mittel zur Verfügung gestellt. Die ersten Zahlungen aus dem EMFF an Begünstigte in Deutschland werden frühestens 2015 erfolgen.

Durch die Reform der Gemeinsamen Fischereipolitik sollen außerdem deutlich strengere Maßnahmen für den Wiederaufbau der Fischbestände festgelegt werden. Angesichts der Überfischung der Meere setzt die europäische Fischereipolitik auf ein modernes Fischereimanagement.

© Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung